Erfahrung seit 1983
Die
Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).

LUMBAGO
chronische Lumbago, lumbales Nervenreizsyndrom

17 Rückenschmerzen
----17.1 HWS-Syndrom
----17.2 BWS-Syndrom
----17.3 LWS-Syndrom
--------17.3.1 Lumbago

Was ist eine Lumbago ?

Durch sensible Eigeninnervation der Lendenwirbelsäule ausgelöster, meist akut einsetzender (»Hexensc huß«), zunächst segmentaler, meist stechender Kreuzschmerz ohne Irritation der Ischiaswurzeln (nach Roche).
Manche Autoren bezeichnen eine Lu mbago auch als lumbales Nervenreizsyndrom.

Wie äußert sich eine Lumbago ?

Lu mbago ist gekennzeichnet durch plötzlich akut auftretende, messerstichartige Kreuzschmerzen, die aber zunächst nicht ins Bein ausstrahlen. Die Lumbago läßt den Betroffenen buchstäblich in der Bewegung erstarren. Jede Ortsveränderung ist äußerst schmerzhaft, man kann sich nur zum Teil nur noch sehr mühsam bewegen. Das Ein- und Aussteigen aus dem Auto oder das Treppensteigen fällt dann sehr schwer. Oft kann man sich danach nicht mehr gerade halten; man nimmt eine seitlich gekrümmte Schonhaltung ein (Gang wie eine Hexe, deshalb wird die Lu mbago auch als Hexenschuß bezeichnet).

Meistens tritt die Lumbago völlig unerwartet auf, wie aus heiterem Himmel und ohne zunächst erkennbaren Grund. Auslöser sind größtenteils Bewegungen wie Heben, Bücken oder Drehen. Auf der anderen Seite kann die sich auch langsam, schleichend ankündigen, z. B. mit einem Ziehen im Kreuz. Oft Beginn mit Unterkühlung, Zugluft oder längerer ungewohnter Haltung. Man kommt z. B. nur noch langsam aus dem Bett und Bewegungen fallen einem deutlich schwerer.

Im weiteren Verlauf kann sich eine chronische Lumbago entwickeln, die dann von einer Lumbalgie oder auch Lumboischialgie kaum zu unterscheiden ist.

Diagnostik bei Lumbago

Bei persistierenden (= anhaltenden) oder immer wiederkehrenden Schmerzen sollte unbedingt eine Computertomographie (CT) angeordnet werden.

Die häufigsten Ursachen für eine Lumbago

In Einzelfällen können auch Tumorerkrankungen zu einer Nerven reizung und damit zu Lumbago führen.

"Eigentherapie" bei Lumbago:

Medikamentöse Schmerztherapie:

Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal ist aber eine
Lumbago nur mit zentral wirkenden Analgetika ((z.B. Tramadol, Tilidin, Oxycodon (Tilidin oder Oxycodon auch mit Naloxon) oder Morphin)) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. Grundsätzlich sollte aber auch bei Lumbago eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden.Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Schmer zen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) oder Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Bei einer entzündlichen Schmerzursache sind wiederholte, lokale Cortison-Injektionen hilfreich.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):

Oftmals reicht eine einmalige, sog. epidurale Blockade mit einem lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittel aus. Dabei wird das Betäubungsmittel verdünnt verabreicht, so daß die Motorik (= Muskelkraft) weitgehend erhalten bleibt und der Patient so nicht immobil wird. Diese Therapie kann i.d.R. aber nur von einem Schmerztherapeuten durchgeführt werden.

In hartnäckigen Fällen bietet sich auch die kontinuierliche epidurale Blockade mit Katheter an, was jedoch einen stationären Aufenthalt in einer Schmerzklinik voraussetzt.

Wenn die Lumbago chronisch geworden ist, kommen Therapien zum Einsatz, wie sie auf folgenden Internetseiten beschrieben sind:

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch einUrteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.

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Aktualisiert: >27.10.2008</> kusb&
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